Der Jenaer Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 26. Februar 2026 einstimmig den Antrag der bündnisgrünen Stadtratsfraktion zur beschleunigten Umsetzung der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) beschlossen. Damit wird Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche beauftragt, sich gemeinsam mit den Kommunen entlang der Strecke gegenüber dem Bund für einen prioritär vorangetriebenen, zweigleisigen und elektrifizierten Ausbau einzusetzen.
Die MDV zählt zu den wichtigsten Pendelstrecken Thüringens, ist jedoch seit Jahren durch Überlastung und Sanierungsstau gekennzeichnet. Täglich sind tausende Fahrgäste von Verspätungen und unzureichenden Kapazitäten betroffen. „Der heutige Beschluss ist ein klares Signal an die Bundespolitik: Thüringen braucht eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur – und die Mitte-Deutschland-Verbindung ist dabei ein zentraler Baustein“, erklärt Christina Prothmann, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Jenaer Stadtrat. „Ob für Pendlerinnen und Pendler, den Klimaschutz oder die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region: Ein moderner Ausbau ist längst überfällig. Wir werden nicht nachlassen, bis dieses Projekt gesichert ist.“
Hintergrund des Antrags ist die dringende Notwendigkeit, die Schienenverbindungen zwischen den Thüringer Oberzentren zu stärken und eine klimafreundliche Alternative zum Individualverkehr zu schaffen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt auf die Bedeutung der MDV für die Verkehrswende hingewiesen. Mit dem nun gefassten Beschluss unterstreicht der Stadtrat die Forderung nach einer verbindlichen Finanzierungszusage und einem konkreten Zeitplan seitens des Bundes.