Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelschicksal – sie ist strukturell. Jede dritte Frau in Deutschland erlebt in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt. In Thüringen wurden 2024 über 4.200 Fälle von Partnerschaftsgewalt polizeilich registriert – die Dunkelziffer liegt weit höher. Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache, sondern ein gesellschaftliches Problem, das tief in patriarchalen Strukturen verwurzelt ist.
Bündnis 90/Die Grünen setzen sich seit Jahren konsequent für den Schutz und die Stärkung von Frauen ein – doch es bleibt noch viel zu tun.
Unsere Forderungen
… im Bundestag
- Digitales Gewaltschutzgesetz: klare Regeln zum Löschen von Hate Speech und Sperrung entsprechender Accounts
- Etablierung des Straftatbestandes „Revenge Porn“ (Verbreitung von echten oder KI-generierten Nacktbildern)
- Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung: flächendeckend kostenlose Frauenhäuser, Beratungsstellen und Schutzwohnungen
- Schulung von Justiz und Polizei zu Sorge- und Umgangsverfahren bei Gewaltbeziehungen
- Durchsetzung von Annäherungsverboten, z.B. durch den Einsatz von elektronischen Fußfesseln
- flächendeckend qualifizierte medizinische Notfallversorgung für Opfer sexualisierter Gewalt
- Einrichtung eines Betroffenenrats für häusliche Gewalt, der Politik und Präventionsmaßnahmen mitgestaltet
… in Thüringen
- Konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention in Thüringen durch Erarbeitung und Umsetzung eines Aktionsplans
- Stärkung der Frauenhäuser, Beratungs- und Interventionsstellen durch gesicherte auskömmliche Finanzierung und bessere Personalschlüssel und Sicherstellung der Kostenfreiheit für Betroffene
- Landesweite Aufstockung der Schutzplätze mit dem Ziel der flächendeckenden Versorgung sowie Ausbau der barrierefreien Angebote
- Beratungsangebote und Schutzvorkehrungen für Gewaltbetroffene mit Behinderung stärken und ausbauen
- Ausbau der gewaltpräventive Männer- und Jungenarbeit und Täter*innenarbeit
- Bildungs- und Aufklärungsarbeit nach dem Vorbild „STOP – Stadtteile Ohne Partnergewalt“
- Stärkere Schulung von Justiz und Polizei zu häuslicher Gewalt
- Anerkennung von Hasskriminalität gegen Frauen und queere Personen
- Stärkung der Polizei und Justiz sowie der Beratungsstelle im Kampf gegen Hatespeech und Gewalt im digitalen Raum
- Durchführung einer wissenschaftlichen Untersuchung zum Ausmaß häuslicher Gewalt in Thüringen unter Beteiligung der jeweiligen Behörden, Organisationen, Vereine und Verbände
Was wir schon erreicht haben:
… auf Bundesebene
- Bundesprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“, um Schutzplätze auszubauen, zu sanieren und barrierefrei zu machen
- Sicherung der Refinanzierung der anonymen Spurensicherung und Einführung bundesweiter Mindeststandards
- Verbesserter Schutz gegen Stalking
- Nationales Monitoring sowie eine bundesweite Koordinierungsstelle zur Istanbul-Konvention
- Kampagne „#MehrAlsDuSiehst“ zu psychischer, sexualisierter und digitaler Gewalt
… in Thüringen
- Erhöhung der Landesmittel für Frauenhäuser um 30 %
- Einführung einer landesweiten 24/7-Hotline für akute Gewaltfälle in Kooperation mit dem Weißen Ring und lokalen Initiativen.
- Pilotprojekt „Sichere Wohnungen“ in Erfurt, Jena und Gera
- Thüringer Gewaltschutzgesetz: Ausweitung des Näherungsverbots auf digitale Räume
- Verpflichtende Fortbildungen zu häuslicher Gewalt und traumasensibler Befragung für alle Einsatzkräfte der Polizei
- Durchsetzung von Psychosozialer Prozessbegleitung als Regelleistung in Thüringen
- Schulprogramm „Respekt & Grenzen“
- Kampagne „#NichtMitUns“
- Fortbildungsoffensive für Fachkräfte: Kostenlose Schulungen für Ärzt*innen, Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen zum Erkennen von Gewaltmustern.
- Gewaltstatistik Thüringen: jährliche Erhebung zu Femiziden und häuslicher Gewalt
- Thüringer Kompetenzzentrum gegen Gewalt