Zur Petition für eine Sperrung der Jenaer Innenstadt für Radfahrende erklärt der Jenaer Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
„Wir begrüßen die aktuelle Diskussion zur Verkehrssicherheit in der Innenstadt. Wer sich dort zu Fuß bewegt oder mit dem Rad fährt, soll sich sicher fühlen. Genau deshalb brauchen wir eine ehrliche Debatte über alle Gefahrenquellen, nicht aber eine einseitige Schuldzuweisung an Radfahrende“, sagt Julia Burkhardt, Sprecherin des Kreisverbands.
„Radfahrende sind nicht das größte und schon gar nicht das einzige Risiko für Fußgänger*innen in der Jenaer Innenstadt. Natürlich gibt es immer wieder rücksichtslose Radfahrende – genauso wie es rücksichtslose Autofahrende gibt. So sorgt zum Beispiel die große Zahl verkehrswidrig geparkter Autos, etwa in der Neugasse oder am Holzmarkt, täglich für unübersichtliche und damit gefährliche Situationen. Auch durch Lieferverkehr entstehen immer wieder Gefahren, die sogar schon Todesopfer forderten.“ ergänzt Co-Sprecher Sebastian Götte.
Die GRÜNEN kritisieren, dass die Debatte zu oft am falschen Punkt ansetzt. „Ein Verbot für Radfahrende löst die eigentlichen Probleme nicht, auch weil die schon jetzt geltenden Regeln kaum kontrolliert werden. Was wir brauchen, ist eine Innenstadt, in der sichtbarer als jetzt ist, wer sich wo bewegen darf – und wo das auch durchgesetzt wird. Dazu gehören klare, gut sichtbare Radwege und Radverkehrsrouten durch die Innenstadt und sichere Querungen. Und dazu gehören vor allem auch deutlich mehr Kontrollen gegen Verkehrsverstöße jeglicher Art. Sicherheit kann nur dann entstehen, wenn sich alle an Regeln halten und halten müssen. Es ist Aufgabe des zuständigen Dezernenten, dass das Ordnungsamt hier effizient und nachhaltig eingesetzt wird.“, so Burkhardt.
Für einen sichereren Fußverkehr und eine höhere Aufenthaltsqualität in der Innenstadt lohnt es sich auch darüber nachzudenken, bestimmte Bereiche der Innenstadt für den motorisierten Individualverkehr zu sperren. Naheliegend wäre z. B. die Durchfahrt Rathausgasse – Eichplatz – Holzmarkt oder auch der Löbdergraben. „Wer die Innenstadt wirklich sicher machen will, sollte nicht die schwächsten Verkehrsteilnehmenden gegeneinander ausspielen. Was hilft, ist miteinander zu reden. Wir planen deshalb im Herbst eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Thema sicherer Fußverkehr, zu der wir alle Interessierten einladen.“, so Götte abschließend.
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