Die bündnisgrüne Stadtratsfraktion veranstaltet seit 2021 Grüne Stadtgespräche als Diskussionsformat. In diesen Gesprächen greifen wir ein Thema auf, das für Jena wichtig ist oder über das die Stadt gerade spricht. Wir laden Expert*innen und Akteur*innen auf das Podium ein, um Beziehungen zu knüpfen, Aufmerksamkeit auf einen Sachverhalt zu richten und Impulse für die weitere Arbeit der Fraktion zu sammeln.
Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz ist 2023 in Kraft getreten und sieht einen Ausbau der erneuerbaren Energien zu mindestens 80 Prozent am Gesamtstromverbrauch bis 2030 vor. Im vergangenen Jahr wurden so beispielsweise bereits über die Hälfte des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Neben Windkraft und grünem Wasserstoff ist Solarenergie zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Energiewende, dessen Ausbau durch das Solarpaket I auf Bundesebene weiter gestärkt wird. Beispiele hierfür sind Erleichterungen beim Mieterstrom und Bürokratieabbau für Balkonkraftwerke.
Vor diesem Hintergrund möchten wir mit unserem Podium über Chancen und Hürden für Solarenergie vor Ort sprechen!
Nicht wegen, sondern trotz der Bedingungen in der Wissenschaft: Fehler im System und Handlungsansätze für Jena
Unsere Stadtratsfraktion hat am vergangenen Donnerstag zum Grünen Stadtgespräch mit dem Thema „Frauen in der Wissenschaft: Wie stärken wir Gleichberechtigung am Forschungsstandort Jena?“ eingeladen. Auf dem Podium sprachen Patricia Luppe (Astrophysikerin an der FSU Jena), Dr. Franziska Hoffmann (Leiterin des Forschungsteams „Innovative Biophotonik“, Uniklinik Jena), Dr. Beate Kerpen (Forschungskoordinatorin, Max-Planck-Institut für Geoanthropologie) und Prof. Dr. Bärbel Kracke (Gleichstellungsbeauftragte und Professorin für Pädagogische Psychologie, FSU Jena).
Jena ist nicht nur Lichtstadt, sondern auch Stadt der Wissenschaft, Forschung und Innovation. Unser volles Potenzial werden wir aber nur entfalten, wenn sich endlich die Bedingungen für Frauen in der Wissenschaft verbessern.
Kathleen Lützkendorf
Kathleen Lützkendorf, Ko-Fraktionsvorsitzende, moderierte das Podium: „Die Resonanz war groß. Das zeigt, wie viel Gesprächs- und Handlungsbedarf es bei diesem Thema gibt. FSU, EAH, Zeiss-Campus, Photonik-Cluster: Jena ist nicht nur Lichtstadt, sondern auch Stadt der Wissenschaft, Forschung und Innovation. Unser volles Potenzial werden wir aber nur entfalten, wenn sich endlich die Bedingungen für Frauen in der Wissenschaft verbessern.“
Debattiert wurde auf dem Podium unter anderem über Familienfeindlichkeit in der Forschung, Abhängigkeitsverhältnisse für Nachwuchswissenschaftlerinnen, ungleich verteilte Belastungen durch Care-Arbeit und dadurch resultierende Karrierehindernisse, mögliche Stellschrauben in der Gleichstellungspolitik, den aktuellen Sparkurs der Universität und die Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes auf Bundesebene.
Es braucht neue Ideen, wie wir Frauen in der Wissenschaft auch von kommunaler Seite aus unterstützen können.
Kathleen Lützkendorf
„Wir stehen vor großen systemischen Herausforderungen im gesamten Forschungsbetrieb. Vor Ort muss unser Fokus sein, die Bedingungen für Nachwuchswissenschaftler und insbesondere -wissenschaftlerinnen zu verbessern. Hier können gute, einfach zugängliche Mentoring- und Förderprogramme helfen. Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten sollte weiter gestärkt werden, auch, um Kulturwandel und Erneuerung in den Institutionen zu beschleunigen. Nicht zuletzt ist gute Netzwerkarbeit unabdingbar, wie sie beispielsweise das Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft leistet. Hier setzen wir in Zukunft auch an. Es braucht neue Ideen, wie wir Frauen in der Wissenschaft auch von kommunaler Seite aus unterstützen können“, schließt Lützkendorf.
Unsere bündnisgrüne Stadtratsfraktion veranstaltet „Grüne Stadtgespräche“ zu Themen, die für Jena wichtig sind. Gemeinsam mit Expert*innen richtet die Fraktion Aufmerksamkeit auf einen Sachverhalt, knüpft Beziehungen und sammelt Impulse für die weitere Stadtratsarbeit. Zuletzt fand Ende Mai ein Grünes Stadtgespräch zu Kindergärten in Jena statt. Weitere Gespräche sind in Planung.
Großes Interesse und angeregte Diskussion zur mittelfristigen Kitaplanung
Unsere Stadtratsfraktion hat am Mittwoch zum Grünen Stadtgespräch zum Thema „Kindergärten in Jena: Konzept- und Trägervielfalt erhalten“ eingeladen. Auf dem Podium sprachen René Zettlitzer und Anke Protze, Sprecher*innen der AG Kita, Sozialdezernent Eberhard Hertzsch und Prof. Dr. Bärbel Kracke vom Institut für Erziehungswissenschaft der FSU Jena. Ines Morgenstern stellte das Positionspapier unserer Stadtratsfraktion vor, Kathleen Lützkendorf moderierte das Gespräch.
Kathleen Lützkendorf, unsere Ko-Fraktionsvorsitzende: „Wir freuen uns sehr, dass sich so viele Vertreter*innen aus den Kindergärten, Eltern und Interessierte an unserem Stadtgespräch beteiligt haben. Es wurde schnell klar, dass wir für den Abbau von Kitaplätzen eine Lösung brauchen, die unseren engagierten Erzieher*innen eine Perspektive bietet und keine schmerzlichen Erinnerungen an die Schließungen in den 1990er Jahren weckt.“
Jena hat die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Investitionen in frühkindliche Bildung, in Sprach- und Vielfaltsprojekte strahlen weit über unsere Kindergärten hinaus aus.
Ines Morgenstern
Aufgrund der aktuellen Geburtenentwicklung plant die Verwaltung, in der mittelfristigen Kitabedarfsplanung mittels eines Indikatorensystems ca. 500 Kitaplätze abzubauen. Unsere Fraktion schlägt in ihrem Positionspapier ein anderes Vorgehen vor. Eckpunkte sind u.a., die Quadratmeterzahl pro Kind in allen Einrichtungen gleichermaßen zu erhöhen, um dadurch die Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit zu verbessern. Auch freiwillige Umnutzungskonzepte der Einrichtungen sollen gefördert werden. Ziel ist, alle Fachkräfte und so viele Kitas wie möglich in Jena zu erhalten.
Ines Morgenstern, grüne Stadträtin und Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses: „Deutlich wurde auch die Forderung, dass sich die Qualität der Kinderbetreuung und insbesondere der Betreuungsschlüssel verbessern müssen. Hier gibt das Land den Rahmen vor, aber Jena hat die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Investitionen in frühkindliche Bildung, in Sprach- und Vielfaltsprojekte strahlen weit über unsere Kindergärten hinaus aus. Hier müssen – gerade im Hinblick auf schwierige Verhandlungen zur Kitaplanung – die Prioritäten neu gesetzt werden.“
Lützkendorf weiter: „Der große Zuspruch hat uns darin bestärkt, den im Positionspapier formulierten Vorschlag auch im Stadtrat weiter zu verfolgen. Klar ist, dass die Träger großes Interesse an einer zukunftsfähigen und gemeinsam erarbeiteten Lösung haben. Wir danken insbesondere auch Eberhard Hertzsch für die Teilnahme an der Diskussion und die Erläuterung der Position der Stadt. Wir sind zuversichtlich, dass sich gemeinsam mit der Verwaltung und den Trägern ein tragfähiger Kompromiss erarbeiten lassen wird.“