Der tödliche Verkehrsunfall in der Jenaer Innenstadt vor einer Woche macht uns sehr betroffen. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der verstorbenen Radfahrerin, dem Fahrer des beteiligten Lkw und allen Menschen, die diesen schrecklichen Unfall miterleben mussten.
Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, wird derzeit noch ermittelt. Deshalb verbieten sich zum jetzigen Zeitpunkt vorschnelle Schlüsse und Spekulationen darüber, welche einzelne Maßnahme diesen konkreten Unfall hätte verhindern können.
Unabhängig davon ist für uns klar, dass die Sicherheit für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, weiter verbessert werden muss. Gerade dort, wo Lieferverkehr, Autoverkehr sowie Rad- und Fußverkehr auf engem Raum zusammentreffen, braucht es vor allem Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme von allen Seiten.
Der dahingehende Handlungsbedarf an der Unfallstelle ist nicht neu. Bereits 2015 wurde für den Bereich Leutragraben auf Höhe der Kollegiengasse die Einrichtung von Querungshilfen und eine bessere Gestaltung der Übergangsbereiche vorgesehen. Auch der bereits beschlossene Radverkehrsplan formuliert den Anspruch, in Jena ein sicheres Radverkehrsnetz zu schaffen. Gut erkennbare Radwege können helfen, Kreuzungen und Querungen für alle Seiten sicherer zu machen.
Wir erwarten deshalb, dass die Verkehrssituation an dieser Stelle wie im Innenstadtbereich insgesamt umfassend überprüft wird und die seit Jahren vorgesehenen Verbesserungen endlich umgesetzt werden. Es muss geklärt sein, wie der Lieferverkehr in einem Bereich mit vielen Fußgängern und Radfahrenden sicher organisiert werden kann.
Unser Ziel bleibt eine Verkehrsinfrastruktur, die Konflikte möglichst verhindert und in der ein einzelner Fehler nicht zu schwersten oder tödlichen Folgen führt.




