07.03.2019

Qualität in der frühkindlichen Bildung geht vor weitere Gebührenfreiheit

Die Bedeutung von frühkindlicher Bildung steigt, weil die ersten Lebensjahre eines Kindes die wichtigsten im Leben eines Menschen sind. Qualitativ hochwertige Betreuung kann Kinder in ihrer Entwicklung fördern, Benachteiligungen ausgleichen und Inklusion – die Teilhabe aller Menschen - erleichtern. Kinder, Eltern und die Pädagog*innen an Kitas leiden unter einem Betreuungsschlüssel, der eine hochwertige Arbeit verhindert. Alle bemühen sich, den Thüringer Bildungsplan umzusetzen, stoßen aber an ihre personellen Grenzen. Wir GRÜNE werden immer wieder darauf angesprochen, wann sich diese Situation ändert. Die engagierten Pädagog*innen fragen sich: Was ist unsere Arbeit wert?

Die Bundesregierung hat in dieser Situation das so genannte „Gute Kita Gesetz“ auf den Weg gebracht und auch Thüringen Mittel für die Qualitätsentwicklung in Aussicht gestellt. Damit folgt die Bundesregierung der langjährigen Forderung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf Bundes- und Landesebene, den Fachverbänden und Bildungs-Stiftungen nach einer Bundesfinanzierung zum notwendigen Ausbau und Qualitätssteigerung in der frühkindlichen Bildung. Für die nächsten Jahre sollen 135,8 Mio. Euro in Thüringen zur Verfügung stehen. Wir fordern den Bund auf, diese Mittel dauerhaft zur Verfügung zu stellen.

Die Thüringer Landesregierung hat sich auf ein weiteres gebührenfreies Kita-Jahr geeinigt. Wir fordern: Jeder zusätzliche Euro muss in die Qualitätsverbesserung und nicht in den Ausbau der Beitragsfreiheit gesteckt werden! Wir verweisen und erinnern dabei auch an den Beschluss unserer Landesdelegiertenkonferenz in Bad Langensalza vom 25./26.11.2016, in der klar beschlossen wurde, dass „verfügbare Finanzmittel (…) zunächst in die Qualitätsverbesserung investiert werden“ müssen. Wir brauchen neben dem besseren Betreuungsschlüssel auch eine Ausbildungsoffensive für die verschiedenen Tätigkeitsfelder in der Kita. Und es gibt weitere Handlungsfelder: Die Essenversorgung erfüllt in der Regel keine ökologischen Standards (Bio-Qualität), deutlich mehr Kitas als bisher wollen sich zu Eltern-Kind-Zentren weiterentwickeln und der Anteil an männlichen Erziehern und Pädagog*innen mit Migrationshintergrund sollte durch geeignete Programme gefördert werden. In Jena stehen wir für Träger- und Konzeptvielfalt und auch zum kommunalen Engagement. Dazu gehört für uns ebenso, dass die Stadt Jena selbst weiterhin Kitas als Träger betreibt.

Wir GRÜNE streben weiterhin Beitragsfreiheit an. Mittelfristig sollten die Beiträge gesenkt und Höchstbeiträge bestimmt werden. Vorrang hat gute Betreuung und Bildung für unsere Kinder unter guten Arbeitsbedingungen für unsere Erzieher*innen. Wir wollen sinnvoll, fachlich begründet und bedarfsgerecht in die zukünftigen Generationen investieren. Wir wünschen einen grundsätzlichen Gedankenaustausch in der Gesellschaft über den richtigen Weg.

URL:http://gruene-jena.de/aktuelles/aktuelles-detail/article/qualitaet_in_der_fruehkindlichen_bildung_geht_vor_weitere_gebuehrenfreiheit/