24.04.2020

Das Rathaus folgt unseren Vorschlägen

Vergangenes Jahr bekamen die Grüne noch von allen Seiten Kritik, als sie das Thema Fahrradstraßen auf die Agenda setzten, nun geht es anscheinend doch: In Wenigenjena entstehen eine Fahrradstraße und ein langer Radweg. Auslöser ist die Baustelle auf der Landfeste, für deren Radweg eine Alternative gefunden werden musste.

Dem Ortsteilrat Wenigenjena liegt die Anweisung vor, wie die künftige Führung des Fahrradverkehrs in Verbindung mit der Umgestaltung der Landfeste geregelt wird. Die Fahrradwege auf der Landfeste können in dem Zeitraum der Umgestaltung nicht genutzt werden und so sind nun Umleitungslösungen über die andere Saaleseite gefunden worden. Radfahrende sollen vom Arbeitsamt an der Stadtrodaer Straße über das Camsdorfer Ufer und das Wenigenjenaer Ufer bis zur Magnus-Poser-Straße geführt werden. Das komplette Camsdorfer Ufer erhält dafür einen markierten Radweg, aus dem Wenigenjenaer Ufer wird sogar eine Fahrradstraße, in der Radfahrende dann Vorrang haben, aber der Kfz-Verkehr nicht ausgeschlossen wird.

Dabei handelt es sich um eine Neuerung, die von den Bündnisgrünen schon seit langem für geeignete Strecken probeweise gefordert wurde, auch für das Wenigenjenaer Ufer. Als die grüne Fraktion im Oktober 2019 einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat einbrachte, die Stadt solle die Einrichtung von Radstraßen prüfen, wurde sie von anderen Fraktionen und auch der Verwaltung noch dafür kritisiert. Nun folgt die Verwaltung den Vorschlägen der Grünen und das an einem der heikelsten Verkehrsknotenpunkte Jena, an dem alle Verkehrsmittel aufeinandertreffen: Fußgänger sowie Radfahrende nutzen die Wege viel und queren dort oft die Karl-Liebknecht-Straße, Bus sowie Straßenbahn machen die Situation verkehrsrechtlich kompliziert und Kfz nutzen ebenfalls die Strecken.

„Wir freuen uns darüber, dass die Verwaltung die Vorschläge aufgreift und selbstständig Fahrradstraßen anordnet. Für die Anwohner wird sich damit auch eine Beruhigung ergeben, welche insbesondere für das Camsdorfer Ufer nötig ist“ sagt Margret Franz, Fraktionsvorsitzende der Grünen und Ortsteilrätin in Wenigenjena. Zusammen mit der Bürgerinitiative „Unsere KarLi“ hatten sich die Grünen bereits erfolgreich für das Tempo 30 entlang der Karl-Liebknecht-Straße eingesetzt. Zusammen mit den neuen Radwegen sorgt nun beides für eine wesentlich bessere Lebensqualität und weniger Gefahren in Wenigenjena.

Heiko Knopf erläutert: „Fahrradstraßen sind keine Schikane, sondern sie bieten für den Radverkehr Vorrangtrassen, die es für ein gleichberechtigtes Miteinander der Verkehrsteilnehmer braucht.“ Die Grünen hatten die Einrichtung von Fahrradstraßen unter anderem auch für die Jahnstraße und den Burgauer Weg vorgeschlagen. Die Jahnstraße bietet sich als alternative Führung zur vielbefahrenen Lutherstraße an. Darüber hinaus ist damit auch eine Entlastung des bislang stark befahrenen Lommerwegs möglich. Der Burgauer Weg liegt auf einer vielbefahrenen Radverkehrsroute und wird bereits überwiegend durch Radverkehr genutzt, die Umwandlung in eine Fahrradstraße wäre daher die logische Konsequenz.

Fahrradstraßen können die Abgas- und Lärmbelastung für die Anwohner erheblich reduzieren, gleichzeitig wird es attraktiver, die Strecke mit dem Rad zurückzulegen. Kfz-Verkehr ist in Deutschland in der Fahrradstraße erlaubt, wenn ein Zusatzzeichen wie »Anlieger frei« oder »Kfz frei« das so regelt. Autos und Motorräder sind dann quasi Gäste und müssen sich dem Radverkehr anpassen. Häufig werden Fahrradstraßen eingerichtet, um Alternativrouten parallel zu Straßen mit hohem Kfz-Aufkommen anzubieten, durch die Trennung der verschiedenen Verkehrsmittel entstehen in Folge auch weniger Unfälle.

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