24.01.2019

Cem Özdemir diskutierte im Uni-Hörsaal in Jena

Am Mittwochabend war Cem Özdemir zu Besuch in Jena und das Interesse war enorm. Der 300 Sitze fassende Uni-Hörsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, viele weitere Interessierte konnten deshalb leider nicht hereingelassen werden. Thema war „Spannungsfeld Ökologie-Ökonomie“. Özdemir betonte, dass es wichtig sei, in der Landwirtschaft anzusetzen. „Ziel ist es, mit grünen Ideen schwarze Zahlen zu schreiben.“ Agrarbetriebe sollten nicht mehr dafür gefördert werden, dass sie große Flächen besitzen. Förderungen müssten stattdessen vor allem Bäuerinnen und Bauern für ökologische Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung gezahlt werden.

Auch die Besteuerung von Reisen müsse dringend angepasst werden. Während Flugtickets für internationale Reisen von der Mehrwertsteuer befreit sind, zahle man bei internationalen Zugfahrten hingegen den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Es solle aber genau umgekehrt sein, damit die Menschen begünstigt würden, die sich für eine umweltfreundlichen Art des Reisens entscheiden.

Özdemir beklagte außerdem, dass die deutsche Industrie bei umweltfreundlichen Technologien immer mehr den Anschluss vor allem gegenüber der chinesischen und amerikanischen Konkurrenz zu verlieren drohe. Das liege unter anderem daran, dass es aufgrund eines wenig ambitionierten politischen Rahmens bislang kaum rentabel war, bei solchen Entwicklungen eine Vorreiterrolle einzunehmen. Hier solle man ansetzen und Innovationen entsprechend fördern.

Zur offenen Veranstaltung hatte die Grüne Hochschulgruppe Jena eingeladen

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